Psyche & Gesundheit

Schlaf, Ruhe, Erholung: Die Wissenschaft des guten Schlafs und was wirklich hilft

Schlechter Schlaf ist epidemisch: Rund ein Drittel der Deutschen schläft nicht gut. Die Schlafforschung hat in den letzten Jahren wichtige Erkenntnisse geliefert – doch viele davon widersprechen dem, was wir zu wissen glauben.

Gemütliches, dunkles Schlafzimmer mit weicher Beleuchtung

Die Qualität des Schlafs hängt von vielen Faktoren ab – die meisten davon liegen in unserer Hand. Foto: Unsplash

Schlechter Schlaf macht uns krank, dick, vergesslich und launisch. Das ist keine Übertreibung – das ist Forschungsstand. Wer über längere Zeit weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, hat ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes, Depressionen und Demenz. Schlafmangel beeinträchtigt das Immunsystem, verlangsamt die Reaktionsfähigkeit und verringert die emotionale Belastbarkeit.

Und trotzdem schläft ein Drittel der deutschen Bevölkerung regelmäßig schlecht. Laut dem Robert Koch-Institut berichten 25 Prozent aller Erwachsenen über Ein- oder Durchschlafprobleme. Unter jungen Erwachsenen ist die Rate noch höher – und sie steigt. Was kann die Wissenschaft dazu sagen?

„Schlaf ist keine Pause vom Leben. Schlaf ist der Zeitraum, in dem das Leben erst möglich gemacht wird."

Prof. Dr. Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der einer deutschen Hochschule, bringt es auf den Punkt: „Schlaf ist keine Pause vom Leben. Schlaf ist der Zeitraum, in dem das Leben erst möglich gemacht wird." Während wir schlafen, konsolidiert das Gehirn Erinnerungen, reinigt sich von Abfallprodukten, reguliert Hormone und repariert Gewebe. Es ist alles andere als passiv.

Was wirklich hilft – und was nicht

Die Schlafforschung hat in den letzten Jahren eine klare Hierarchie der wirksamen Interventionen ermittelt. An erster Stelle steht die kognitive Verhaltenstherapie für Schlafstörungen (KVT-I) – ein Programm, das Schlafgewohnheiten und Denkmuster rund ums Schlafen verändert. Studien zeigen, dass KVT-I langfristig wirksamer ist als Schlafmittel, ohne deren Nebenwirkungen.

Was hilft noch? Regelmäßige Schlafzeiten – auch am Wochenende. Der Körper hat eine innere Uhr, und je konsistenter die Schlaf- und Wachzeiten, desto besser funktioniert sie. „Ausschlafen am Wochenende klingt gut, aber es verschiebt den circadianen Rhythmus und erzeugt den sogenannten sozialen Jetlag", erklärt Schlafforscher Dr. Till Roenneberg. „Man schläft zwar mehr, aber nicht besser."

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