Stellen Sie sich vor: Sie besitzen 288 Gegenstände. Nicht mehr. Das ist die Zahl, die Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus – bekannt als „The Minimalists" – als Ergebnis ihres radikalen Aussortier-Experiments nannten. Seitdem haben sie Millionen Menschen dazu inspiriert, ihr Verhältnis zu Besitz zu überdenken. Aber macht das wirklich glücklicher?
Die Konsumpsychologin Prof. Dr. Monika Gruber von der LMU München hat sich diese Frage wissenschaftlich gestellt. Ihre Antwort, nach Jahren der Forschung: Ja – aber nicht auf die Art, wie man denkt. „Es geht nicht darum, wie viel man besitzt. Es geht darum, ob man das Gefühl hat, die Kontrolle über seinen Besitz zu haben oder ob der Besitz einen kontrolliert."
Das klingt abstrakt, ist aber sehr konkret messbar. Menschen, die über ihren Besitz nachdenken und ihn bewusst reduzieren, berichten in Studien über weniger Stress, mehr Schlafqualität, mehr Zeit für Beziehungen und ein stärkeres Gefühl von Selbstwirksamkeit. Nicht weil sie weniger besitzen – sondern weil der Prozess der Reduzierung sie zwingt, über Prioritäten nachzudenken.


